Kulturelle Zusammenarbeit wird intensiviert
Deutschland und Polen sind seit Jahrhunderten durch enge kulturelle Beziehungen miteinander verbunden. Künftig wollen beide Länder ihre kulturelle Zusammenarbeit noch verstärken. Eine besondere Rolle spielt dabei die Aufarbeitung und Erhaltung des gemeinsamen Kulturerbes.
Die Staatsbibliothek zu Berlin und die Warschauer Nationalbibliothek werden in Zukunft bei der Aufarbeitung des deutsch-polnischen Kulturerbes sowie der Digitalisierung der Bibliotheksbestände enger zusammenarbeiten.
Das haben die Direktoren der beiden Bibliotheken heute am Rand der deutsch-polnischen Regierungskonsultationen in Warschau vereinbart. Geplant sind außerdem gemeinsame Ausstellungsprojekte, eine verbesserte Zusammenarbeit im Bereich der Forschung und der Austausch von Personal.
Vereinbarung mit Signalwirkung
Kulturstaatsminister Bernd Neumann und sein polnischer Amtskollege Bogdan Zdrojewski unterstützen diese Zusammenarbeit. Neumann bezeichnete die Vereinbarung als wichtigen Schritt bei den gemeinsamen Anstrengungen, die Digitalisierung zum Schutz des kulturellen Erbes in Europa voranzutreiben.
"Ich bin mir sicher, dass von dieser Kooperation eine Signalwirkung für eine weiter intensivierte Zusammenarbeit in diesem und anderen kulturellen Bereichen ausgehen wird", erklärte Neumann in Warschau
Neumann und Zdrowjewski trafen am Rand der 11. deutsch-polnischen Regierungskonsultationen zu Gesprächen zusammen. Aus Anlass des 20. Jahrestages des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages fanden sie diesmal in Form einer gemeinsamen Sitzung der Kabinette beider Regierungen statt.
Geplant: deutsch-polnische Gemeinschaftsprojekte
Polen wird am 1. Juli turnusgemäß die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen. Aus diesem Anlass haben deutsche und polnische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Ausstellung zu den engen kulturellen Verflechtungen beider Länder erarbeitet. Unter dem Titel "Tür an Tür. Deutschland-Polen 1000 Jahre. Kunst und Geschichte" wird sie ab Herbst im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen sein.
Auch im Bereich des Films, zum Beispiel der Filmförderung und der Ausbildung, wollen beide Länder enger zusammenarbeiten. Deshalb streben sie ein deutsch-polnisches Filmabkommen an.
Stiftung Genshagen als Ort der Begegnung
Eine wichtige Funktion in der kulturellen Zusammenarbeit der Länder des Weimarer Dreiecks - Deutschland, Frankreich, Polen - hat die Stiftung Genshagen übernommen. Sie versteht sich als Forum für den Dialog zwischen Politik und Zivilgesellschaft und als Ort der Begegnung für Kunst- und Kulturschaffende.
Die Regierungen Deutschlands und Polens planen, durch gemeinsame Projekte im Rahmen der Stiftung Genshagen ein europäisches Modell der kulturellen Bildung erarbeiten. Durch Kunst- und Kulturprojekte sollen vor allem junge Menschen aus den Ländern Frankreich, Polen und Deutschland die Chance zum gegenseitigen Austausch erhalten.