20 Jahre Weimarer Dreieck: Jugend steht im Fokus
Das "Weimarer Dreieck" wurde vor 20 Jahren ins Leben gerufen und ist seitdem das Forum für die Zusammenarbeit zwischen Polen, Frankreich und Deutschland. Aus diesem Anlass fand in Weimar eine Jugendbegegnung statt..
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Der ehemalige französische Ex-Außenminister Roland Dumas,
sein früherer deutscher Amtskollege Hans-Dietrich Genscher (FDP) und
der polnische Ex-Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki (l-r) stehen am
Montag (29.08.2011) im Deutschen Nationaltheater in Weimar
(© dpa/pa)
Mit eine Festveranstaltung in Weimar wurde die Gründung des Weimarer Dreiecks am 29. August 1991 begangen. Ehrengäste waren zwei der drei "Gründungsväter" der Initiative: die damaligen Außenminister Hans-Dietrich Genscher und Roland Dumas. Der dritte, der frühere polnische Außenminister Krzystof Skubiszewski, ist zwischenzeitlich verstorben. An seiner Stelle nahm der frühere polnische Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki an der Zeremonie teil.
Eine "gemeinsame Erklärung" der drei Außenminister zur Zukunft Europas bildete den Auftakt des Dreiecks. Das Weimarer Dreieck hat wesentlich zur Heranführung Polens an die Europäische Union (EU) beigetragen. So traten sowohl Frankreich als auch Deutschland in dem Gründungsdokument nachdrücklich für eine schnelle Einbindung Polens und der neuen Demokratien Mittel- und Osteuropas in die Europäische Gemeinschaft ein. Nach dem Beitritt Polens zur EU steht die Zusammenarbeit der drei Länder als gleichwertige Partner in der EU und der Nato im Mittelpunkt der Gespräche.
Jugendbegegnung
Um den vor 20 Jahren ins Spiel geworfenen Ball heute zu übernehmen, stehen in Weimar 80 Jugendliche vor allem aus den drei Staaten des Dreiecks bereit. Die 18- bis 22-Jährigen nahmen sich fünf Tage lang der aktuellen europapolitischen Themen an, behandelten diese in Ausschüssen und beschlossen dazu abschließend in einer Versammlung Resolutionen.
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Diskussion: Staatsministerin Pieper mit den jugendlichen Delegierten
(© AA)
Am 29. August schaute Besuch aus dem Auswärtigen Amt vorbei: Staatsministerin Cornelia Pieper sprach mit Delegierten der verschiedenen Ausschüsse und informierte sich über das, was die Jugendlichen diskutieren.
Die Jugendbegegnung wurde von der Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa organisiert - unterstützt durch das Auswärtige Amt.
Adam-Mickiewicz-Preis für Kulturinstitute der drei Länder
Der diesjährige Adam-Mickiewicz-Preis, der bereits seit 2005 vom "Komitee zur Förderung der Deutsch-Französich-Polnischen Zusammenarbeit e.V." verliehen wird, wurde an die Kulturinstitute der Länder des Dreiecks - das Institut Français, das Adam-Mickiewicz-Institut und das Goethe-Institut - verliehen.
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Mit den Flaggen der EU, Deutschlands, Frankreichs und Polens
ist das Deutsche Nationaltheater am Montag (29.08.2011) auf dem
Theaterplatz mit dem Goethe-Schiller-Denkmal in Weimar geschmückt.
(© dpa/pa)
In ihrer Impulsrede zum Thema "Kultur im Weimarer Dreieck" verwies Staatsministerin Pieper darauf, dass auch die diesjährigen Preisträger sich der Förderung junger Menschen und des kulturellen und zivilgesellschaftlichen Austausches über Grenzen hinweg verschrieben hätten. Diese Arbeit werde dazu beitragen, zukünftige Generationen mit dem europäischen Gedanken und dem Geist von Weimar zu "infizieren", zeigte sich die Staatsministerin überzeugt.
Sie erinnerte auch daran, dass die Aufgabe aller sei, das Weimarer Dreieck durch eine enge Verflechtung der Zivilgesellschaften der drei Länder mit Leben zu füllen. Dementsprechend begrüßte sie die Pläne des Deutsch-Französischen und des Deutsch-Polnischen Jugendwerks, künftig verstärkt trilaterale Jugendbegegnungen organisieren zu wollen. Dies und weitere gemeinsame Initiativen der drei Länder wie die angestrebte erste trilaterale Städtepartnerschaft zwischen Blois, Zamosc und Weimar oder gemeinsame Lehrerfortbildungen begrüßte Pieper als wichtige Schritte auf diesem Weg.