Polnischer Beitrag auf dem Berliner Jazz Fest 2011

20.10.2011
Saxofonspielger Bild vergrößern Saxofonspieler (© dpa/pa)

Anlässlich des zwanzigjährigen Jubiläums der Unterzeichnung der deutsch-polnischen Nachbarschafts- und Freundschaftsverträge vom 17. Juni 1991 werden in diesem Jahr zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt, welche sich den kulturellen Beziehungen beider Länder widmen.

Ein besonderer Veranstaltungshöhepunkt bildet in diesem Kontext der polnische Beitrag zum „Jazz Fest Berlin 2011“, welches vom 2. bis zum 6. November in Berlin stattfindet. Die Konzertreihe blickt auf eine über vierzigjährige Geschichte zurück, in der sich bereits internationale Jazzgrößen wie Duke Ellington, Dizzy Gillespie, Herbie Hancock oder Joe Henderson tief ins Gedächtnis der Berliner Jazzliebhaber gespielt haben. In den letzten Jahren gab es allerdings die Tendenz, vermehrt auf europäische Musiker zu setzen. Vom Trend der Euro-Zentrifizierung profitiert in diesem Jahr aus aktuellem Anlass unser östlicher Nachbar Polen.

Jazz hat eine lange Geschichte in Polen, die zurückreicht bis in die zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Wie auch in Berlin oder Paris entwickelte sich die aus den Vereinigten Staaten stammende Musik zum Ausdruck mondänen Lebens. Es folgten, bedingt durch Krieg und sowjetische Repression, Dekaden der Unterdrückung, in denen der Jazz aber nie an Bedeutung verlor. Im Gegenteil. Der Jazz wurde zum Ausdrucksmittel polnischen Freiheitsstrebens. Diese Beharrlichkeit und das Erbe des musikalisch untermalten Widerstandes erklärt die Bedeutung des Jazz im heutigen Polen, welches über eine große, vibrierende Jazzszene verfügt. Spürbar ist dies nicht nur in der Hauptstadt Warschau, sondern auch in anderen Städten, wie etwa Krakau.

Der Hauptfokus beim diesjährigen Berliner Jazzfest liegt auf polnischen Künstlern, welche die junge Jazzszene des östlichen Nachbarn repräsentieren. Den Auftakt machen das „IRCHA Mikołaj Trzaska Clarinet Quartet“, ein Ensemble von vier Klarinettisten, und das aus Warschau stammende „Atom String Quartet“. Beide spielen im Vorprogramm zur Ausstellung „Tür an Tür. Polen – Deutschland. 1000 Jahre Kunst und Geschichte“ im Martin-Gropius-Bau. Anfang November werden sich u.a. „Tomasz Stańko“, „Leszek Możdżer“, „Adam Pierończyk“ und die „Oleś Brothers“ dem Erbe des polnischen Nationalhelden „Krzysztof Komeda“ widmen, welcher neben seiner künstlerischen Tätigkeit als Pianist auch zahlreiche Filmmusiken komponierte. Abgerundet wird das Angebot vom „Adam Baldych Quintet“, begleitet von Dana Hawkins und dem „Ola Tomaszewska Nonet“.

 

http://www.berlinerfestspiele.de/de/aktuell/festivals/07_jazzfest/jazz_start.php

 

© AA - Tobias Silva Makel

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Deutsch-polnische Erklärung zum 20. Jahrestag des Nachbarschaftsvertrages

Text der Erklärung und ausführliches Programm für die künftige Zusammenarbeit.